Inhalte:<br>Was wird festgelegt?

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WAS WIRD FESTGELEGT?

Home PLANUNGSINSTRUMENT ÖROKO PFLICHTINHALTE - WAS MUSS FESTGELEGT WERDEN?

 

Als Verordnung muss das ÖROKO den gesetzlichen Anforderungen des Tiroler Raumordnungsgesetzes (TROG) und der zugeordneten Plangrundlagen- und Planzeichenverordnung entsprechen.

Formelle Vorgabe laut TROG ist:

dass das ÖROKO das grundlegende Planungsinstrument der Gemeinde ist und die Festlegungen des ÖROKO in den nachfolgenden Planungsebenen (Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung) konkretisiert und umgesetzt werden sollen. Der Planungshorizont, welcher angibt wie weit die Festlegungen in die Zukunft reichen sollen, ist mit zehn Jahren vorgegeben. Für diese Zeit sind jene Festlegungen und Maßnahmen auszuweisen, die auf Basis der bestehenden gesetzlichen Grundlagen hinreichend geprüft und innerhalb der zehn Jahre umsetzbar sind. Diese Festlegungen sind dann verbindlich für nachfolgende Verwaltungs- und Politikentscheidungen.

Inhaltliche Vorgaben laut TROG sind:

  1. Übereinstimmung mit Zielen der örtlichen Raumordnung gemäß TROG

  2. Bedarfsbezogene Ausweisung von Flächen für Wohnen und Wirtschaft für die nächsten 10 Jahre auf Basis einer prognostizierten Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung

  3. Festlegung von konkreten, bauplatzscharfen, aufeinander abgestimmten, funktionellen und räumlichen Maßnahmen, flächendeckend für das gesamte Gemeindegebiet

  4. Die übergeordneten, strategischen Raumordnungsziele im TROG sind umzusetzen, u.a.:

    • Schaffen von (leistbarem) Wohnraum
    • Sichern des Wirtschaftsstandorts
    • Sichern und Schaffen der erforderlichen Verkehrsinfrastruktur (Fuß-, Radwege, Straßen, ÖPNV)
    • Bereitstellen sozialer Infrastrukturen
    • Sichern und Entwickeln von Flächen für Sport, Erholung, Freizeit und Kultur
    • Berücksichtigen von Umwelt- und Naturschutzzielen
    • etc.

 

Das ÖROKO muss in Folge bereits sehr konkrete Festlegungen zur räumlichen Entwicklung enthalten, insbesondere:

  • zu den Freihalteflächen (Landwirtschaft, Naturschutz, Landschaftsschutz, etc.)

  • zur baulichen Entwicklung (Wohnen, Wirtschaft/Gewerbe, Sondernutzungen, etc.)

  • zur Grün- und Sportflächenentwicklung innerhalb des Siedlungsgebietes

  • zur Infrastrukturentwicklung (Gemeinbedarfseinrichtungen, Verkehr, Ver- und Entsorgung)

 

Umsetzung in der Stadt Innsbruck:

Die Herausforderungen und Aufgaben einer strategischen Zukunftsplanung für die Stadt Innsbruck liegen darin, im naturräumlich begrenzt zur Verfügung stehenden Siedlungsraum das Wachstum der Stadt zu bewältigen. Dabei gilt es insbesondere, die unterschiedlichen räumlichen Ansprüche der Wohn- und Arbeitsbevölkerung in sozialer, wirtschaftlicher, verkehrlicher und umweltmäßiger Hinsicht abzuwägen und abzustimmen. Die Ziele der örtlichen Raumplanung haben sowohl Erhaltungs- als auch Vorsorgecharakter und dienen generell der Vermeidung negativer Auswirkungen durch die verschiedenen Nutzungsansprüche.

Das ÖROKO umfasst dabei nicht nur Festlegungen für die bauliche Entwicklung des Siedlungsgebiets, sondern bildet auch unterschiedliche räumliche Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Infrastruktur etc.) in der Stadt ab. Es geht neben der Schaffung von Wohnraum wesentlich um die Erhaltung und Entwicklung öffentlich zugänglicher Freiflächen, um die Verteilung von verschiedenen Nutzungen, die erforderliche Ausstattung des Wohn- und Arbeitsumfeldes mit Einrichtungen sozialer Infrastruktur, die Schaffung der notwendigen Verkehrserschließung – insbesondere auch durch den öffentlichen Personennahverkehr – sowie der technischen Infrastrukturen und vieles mehr.

Im ÖROKO sind Ziele und Maßnahmen für die Stadtentwicklung so weiterzuentwickeln, dass auch künftig flexibel auf die unterschiedlichsten Nutzungsanforderungen reagiert werden kann. Das heißt, die verschiedenen Raumansprüche und teilweise auch konkurrierenden Nutzungsinteressen in der Stadt sind aufeinander abzustimmen oder erforderlichenfalls gegeneinander abzuwägen. Gleichzeitig sollen auch langfristige Entwicklungsoptionen für nächste Generationen offen gehalten werden. Wir müssen in der Entwicklung auch sich ändernden Herausforderungen gerecht werden können. Aktuell besonders wichtig sind hier Themen des Klimaschutzes und der Klimawandelanpassung, der Ressourcenschonung und Energieeffizienz etc.

 

Als Fortschreibung des ÖROKO 2002 ist das ÖROKO 2.0 kein neues Entwicklungskonzept für Innsbruck, sondern knüpft an die vorhandenen Strukturen und Zielsetzungen an. Übergeordnetes Leitziel für die räumliche Entwicklung Innsbrucks ist weiterhin ein haushälterischer Umgang mit Grund und Boden. Auch im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist künftig eine kompakte, energie- und umweltbewusste Stadtentwicklung erforderlich. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten und dem planerischen Ziel eines nur mäßigen Randwachstums (über das bisher bebaute Gebiet hinaus) wird sich die Stadt verstärkt nach innen entwickeln. Dabei ist es wesentlich, dass neben wirtschaftlichen vor allem auch gesellschaftliche Ansprüche an einen lebenswerten Raum gesichert werden. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise ein qualitätsvolles und funktionstüchtiges Grün- und Freiflächensystem wichtig. Dieses ist mit Hilfe des ÖROKO zu sichern und kann auch für entsprechende Nutzungen wie Landwirtschaft, Erholung, Sport und anderes weiterentwickelt werden.

Einen Kurzüberblick der Festlegungen im ÖROKO 2.0 finden Sie hier.

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Redaktionsteam ÖROKO 2.0
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